Step 16: Matsch und Wasser

Tag 77 der Reise

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Tag 10 Te Araroa

Te Araroa: Otautau-Island Bush Track-Woodlaw Track-Struan Flat Road-Telford Campside-Lower Wairaki Hut

In Otautau habe ich meine Essenspakete vorbereitet. Davor traf ich aber noch Peanut! Er saß auf einer Bank an der Hauptstraße, wo sich sonst kaum einer aufhielt. Gegrüßt hat er auch. Also hin und ein Schwätzchen halten. Dies endete dann bei einer kleinen Party in der Halbgarage von Margret. Es wurde getrunken und Muscheln geschält. Für mich gabs einen Kaffee. Prompt habe ich dann Roh meine erste Muschel gegessen. Es war gar nicht so schlecht. Die Leute waren echt Klasse. Alles Rentner. Die Einladung zum Abendessen habe ich dann aber doch dankend abgelehnt. 

Mittags in Otautau

Stattdessen habe ich meine Essensrartionen zusammengekauft und in der Küche meines Campingplatzes portioniert. Als ich dann fertig war, wer kam den Sportplatz entlang getrabt? Niels! Damit war es mit der Einsamkeit vorbei. Wir hatten gar nicht soviel Zeit zum plaudern. Jeder war mit seinen Vorbereitungen beschäftigt. Niels machte wieder einen Tag Rast. Ich verlies Otautau morgends um 9 Uhr. Um das Daumentaxi zu verwenden, bin ich etwa 1,5 Kilometer aus der Ortschaft herausgelaufen. Dieses mal dauerte es an die 20 Minuten bis mich jemand mitnahm. Nach kurzer Suche war ich am Island Bush Track. Es ist superklasse, daß auch dieses mal das hitchhiken so einfach funktioniert hat! 

Hier gehts weiter. Direkt am Highway und leicht zu übersehen.

Der Island Bush Track führte mich durch Farmland, den Berg hinauf und durch Wald, wo ich dann an einem Berghang endete. Das Wetter war hier super. Mittagessen und ein paar Minuten geniesen. Dieses riesige Tal mit den Alpen linkerhand war wunderbar anzusehen. 

Mahlzeit!
Durch dieses Tal wird es gehen…
…den Berg hinab…
…im Tal angekommen

Nun ging es den Berg hinab. Und nach und nach stellte sich heraus, daß der Struan Flat Road Campground etwa in der Mitte des Tals liegen wird. Wasser gab es dort auch wieder aus dem Ourauea Stream.

Wie hat das Schaaf dies nur hinbekommen?
Links meine nächsten Stationen

Hier gabs wieder eine Pause. Es war noch nichts so spät, etwa 16.15 Uhr. Ich lief weiter. Es ging über einen Teilabschnitt des Highways, dann auf eine Gravelroad, welche zu privatem Farmland gehört und den Hügeln entgegen. Es war zu sehen, daß es den Berg wohlhinauf geht. 

Farbenflash!
Auf der anderen Seite des Tals ging es den Berg wieder hinauf

Und so war es auch. Und ich lief weiter. Ich war über den Müdigkeitspunkt längst drüber. Es fühlt sich an, als ob ich ewig laufen könnte. Als ich endlich oben war und weitere 2 Kilometer des Auf- und  Ablaufens in diesem Gelände, kam mir ein Auto entgegen. 

Es ging weiter munter Berg aufund ab

Es stoppte. Smalltalk mit dem Fahrer. Keine so guten Neuigkeiten. Die Hütte Rock Hut, welche ich anpeilte ist privat. Ich kann also zurück, oder habe noch viel vor mir! Und ich lief weiter. Manche Passagen den Berg hinauf, ander hinab. Dann zu einer als Hütte, die wohl diese Rock Hut sein soll. Weiter ging es, hier war nichts zu sehen. Und irgendwann war es soweit. Es ging abwärts.

Mein Schat(z)ten
Dem Ziel ein Stück näher, abwärts ins Tal
Dieses Foto wurde am nächsten Morgen aufgenommen

Langsam kam auch die Dämmerung. Dieses Teilstück verlief an einem Bach. Auf halber höhe folgend wurde es dunkel und dazu kam Nieselregen. Ich war entsprechend ausgerüstet mit Regenanzug und Stirnlampe. Bei Dunkelheit war es nicht mehr möglich zu sehen, wo sich der nächste Wegweiser befindet. Ich nutzte mein Handy + GPS und kam langsam voran. Dann musste ich noch einen fast knietiefen Bach mit schnell fliessendem Wasser durchqueren. Das Risiko war aber gering, daß etwas schief gehen würde. Ich fand den Campground etwas nach 22 Uhr und baute im leichten Regen fix mein Zelt auf. Gekocht wurde noch und alles so gut es geht verpackt, nur noch schlafen. Der Regen hörte in der Nacht auf. Morgends hörte ich noch andere Camper. Ich sah nachts 3 Zelte. Ich schlief etwas länger. An diesem Tag sollten es etwa 8 Kilometer werden zur Lower Wairaki Hut. Wie in den Trailnotes beschrieben, geht es nun bergauf. Und wie! 

Blick zurück zum Campingplatz zu sehen etwas Links der Bildmitte
Fast oben auf dem Hügel!
Gegenverkehr!

Teilweise 50 bis 60 Grad steil ginges hinauf. Den kompletten riesen Hügel. Etwa 500 Höhemmeter waren es hinauf. Irgendwie geht auch das und die Aussicht war bombastisch. Über den Berg kam der Takitimu Wald. 

Nun ging es anfangs etwas steiler und darauffolgend stetiger den Berg hinab. Ich traf mehrere andere Wanderer, alles Te Araroa Wanderer Südwärts. Das Wetter hat gehalten bis ich zur Lower Wairaki Hütte kam.

Lower Wairaki Hütte
Schon besser oder anders gesagt, wärmer
Weg zum Plumpsklo

Die Hütte sieht ganz gut aus. Ich bin allein. Ich spüre noch die Restwärme an der Feuerstelle und beschloß, schnell eines zu machen. Neben der Hütte gibt es etwas trockenes Holz. Papier hat es auch. Somit war es einfach, ein Feuer zu entfachen. Nach 30 Minuten brannte es richtig gut und ich konnte die Hütte warmhalten. Der Rauch zieht leider etwas in die Hütte. Alles an Kleidung und Ausrüstung wurde getrocknet. Das war mir persönlich wichtig. Ich sammelte noch Holz, kochte und genoss den restlichen Tag. Hin und wieder regenete es. Auf jedenfall habe ich hier Zeit zum chillen, zum Blog schreiben, kochen, Holz hacken und das Feuer am brennen zu halten. Es sind weißliche Bäume, welche sehr gut brennen, auch nass. Für den Abend habe ich noch dickere Äste gesammelt. Ich war bereit für dieNacht. Ich freute mich sehr über dieses Dach über meinem Kopf!

Durch den verzauberten Wald

Ich hatte einen guten Schlaf. Ich schlief schon nach 21 Uhr ein. Morgends war es sehr kalt. Um 7 Uhr klingelte mein Wecker. Der Tag sollte es ein langer Tag werden. 2 Sektionen galt es zu laufen. 29 Kilometer, 12 Stunden laut Te Araroa Vorgabe. Gebraucht habe ich 10,5 Stunden. Ich bin ziemlich platt. Und essen. Ich will mehr essen. Krass, wie es sich dieses mal auswirkt. Von der Lower Wairaki Hut ging es weiter durch Wald. Irgendwann mischte sich auch wieder der Tussock wieder ein. Und es war nass. 

Tussock oder überwucherndes Grass
5 Minuten nachdem ich die Hütte verlassen hatte, waren nasse Füsse angesagt. Hier musste ich rüber!

Ich freute mich regelrecht auf die Waldpassagen. Auf diesen war es trockener. Über dem Tal um die schneebedeckten Gipfel herum braute sich später einiges zusammen. Auch diesmal hatte ich Glück. Die nächste Hütte war nahe und ich schaffte es, sie zu erreichen als der Regen eingesetzt hatte. 

Die neue Aparima Hütte mot Kachelofen

Hier traf ich andere Wanderer, die Hütte ist relativ neu und ganz gut isoliert. Wasser, Kachelofen und Wärme und Smalltalk. Dem Regen folgte bald Sonne und ich verabschiedete mich und, wie kann es auch anders sein, ging weiter. Es wurde ein zäher Bereich. Es stand überall das Wasser. Und wo es nicht stand, war es matschig oder Wald. Es war anstrengend, dem Pfad zu folgen. Oft war er nicht gut ersichtlich. 

Tussock. Es besteht aus Gestrüpp, dem Wurzelwerk und Wasser
Ich freute mich richtig auf den Wald

Es wurde gegen Ende hin immer steiler als den Bergrücken überwand. Der anschließende Abstieg zur Lower Princhester Hut war relativ einfach. Am kommenden Morgen sollten es nur 6 Kilometer auf einer Straße werden, welche aus dem Tal führt. Am Highway fuhr ich per Daumentaxi nach Te Anau. Dieser Ort ist das Tor zu den Neuseeländischen Fjörden. Abends war ich schon sehr platt. Durch den Marsch zu waten und über diesen zum Teil sehr steilen Bergrücken zu steigen war kräftezehrend! 

Princhester Hütte
Mein nächstes Ziel ist die Kiwi Burn Hütte
Auf dem Weg zum Highway

Am darauffolgendem Morgen habe ich mir Zeit gelassen. Ich lief schnell an den Highway und keine 10 Minuten später saß ich in einem Auto nach Te Anau. Die Hostels waren ausgebucht. Also zelten im Holiday Park Campground für 22 Dollar die Nacht. Es war voll auf dem Campingplatz! Der nächste Tag startete entspannt. Es wurde ein sehr schöner Sommertag! Ich habe die letzten Einkäufe getätigt und die letzten Vorbereitungen getroffen. Nochmal gut essen und schlafen, dann geht es per Daumentaxi zurück zum Track!

Te Anau südliches Ufer Blick in Richtung Fjorde
Majestätische Berge im Hintergrung
Bergspitze herangezoomt

Ein Kommentar zu „Step 16: Matsch und Wasser

  1. hallo manu!

    du hast mir wieder tolle bilder geschickt! diesmal waren auch wildflussüberquerungen dabei! ich bin begeistert, wie du das meisterst! steile berge, die du besteigst, wilde flüsse, du die du mußt, und wunderschöne, zauberhafte wälder! die strecken sind hart und als wandern möchte ich das nicht bezeichnen. das ist viel mehr, als wandern…!

    jetzt siehst du, was alles in dir steckt! du hast jede menge kraft und power! halt durch! und bleib in kontakt! du hast es drauf!

    Keep in touch!

    declan

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