Step 18: Bergtraining

Tag 86 der Reise

Tag 19 Te Araroa

Arrowtown-Big Hill Trail-Macetown-Roses Saddle-Roses Hut-Jacks Saddle-Fern Burn Hut-Wanaka
Die Nacht bei meinen Freunden fiel sprichwörtlich ins Wasser. Es begann Nachts zu regnen und es hörte nicht auf. Laut Wettervorhersage kein Regen. Jedenfalls war es somit auch mit dem Schlaf vorbei. Ich konnte nicht mehr wirklich schlafen. Der Regen hielt auch in den Morgenstunden an. Ich habe mich erst von Julie verabschiedet. Chard hat mich nach Arrowtown reingefahren, dort hieß es auch von ihm Abschied zu nehnen. Ich bin erstmal einen Kaffe trinken gegangen und stellte meinen letzten Blogeintrag fertig. Um 10 Uhr bin ich dann losgelaufen. Der Regen war vorbei. Es ging in die Hügel und das nächste Ziel war Wanake. 3 bis 4 Tag. Es ging auch zuerst steil den Berg hinauf. An einer Gabelung bin ich falsch gelaufen und  sehr steil den Berg hinauf. Die Aussicht war gut aber ich musste umkehren und habe ein paar hundert Meter Weg und Höhenmeter umsonst gelaufen. Macht nichts. Ist ja zum Glück früh genug aufgefallen. Es gab hier eben auch keine Wegmarkierungen. 

Noch hiengen die Wolken tief übe dn Hügeln von Arrowtown

Weiter ging es am Hang entlang bis ich auf 1060 Meter am Big Hill Saddle ankam und den Abstieg begann. Soweit war alles gut. Unten habe ich dann weitere Wanderer getroffen und kurz darauf auch Cliff, einen Amerikaner der schon den PCT und den Apalachian Trail gelaufen ist. Wir sind ein stückchen zusammen bis nach Macetown, einer ehemaligen Minenstadt, gelaufen und hatten eine super Unterhaltung. Er wartete dann aber doch lieber auf seine 3 sehr langsamen Freunde. Ich habe diese dann noch kurz zusammen am Fluss gesehen, als ich den Aufstieg zu Roses Saddle begann. 

Jeder Blickwinkel erzeugt ein neues „Wow!“

„Saddle“ bedeutet insofern etwa Bergrücken. Es geht auf der einen Seite hoch und auf der anderen runter. Roses Saddle als zweiter Anstieg hatte es in sich. Es ging auf 1270 Meter in die Höhe. Das Wetter war mitlerweile wieder sommerlich warm und sonnig, was das ganze sehr schweißtreibend werden lies. Zum Teil war es sehr steil. Oben gab es eine Orange als Belohnung. Das hatte mich motiviert.

Am Höhepunkt des 2. Anstiegs
Was macht der Typ da im Bild???

Ich nehme ja kein schweres Obst oder Gemüse mit, außer am ersten Tag nach einem Zwischenstopp. Meistens habe ich noch eine Banane, ein Apfel und eventuell eine Orange im Gepäck für den ersten Tag. Und schon ist das Gepäck auch 1 Kilogramm schwerer. Wasser wieg eben viel! Der anschließende Abstieg dauerte nicht lange und ich kam an Roses Hütte an. 12 Betten, Wassertank, Spülbecken und Plumpsklo.

Roses Hütte
Platz für 12 Personen
Küchenzeile, Tisch und Wasser aus einem großem Tank sind hier vorhanden

Am Ende waren wir nur zu zweit. Cliff und seine Gruppe hatte es nicht geachafft. Sicherlich hat die Gruppe aber einen anderen guten Schlafplatz gefunden. Unterwegs war noch ein Bagger am Fluss mitten im nirgendwo zu sehen und eine kleine Alte Hütte. Deren Zweck ist mir jedoch unbekannt. Ich hatte mal wieder reichlich zu essen dabei, was nach so einem Tag gerade richtig kam. Es gab noch einen kurzen kompletten Waschgang und mit Becky habe ich mich gut unterhalten. Der Berg, den ich am nächsten Morgen besteigen durfte, lächelte mir seit meiner Ankunft bei Roses Hut quasi ins Gesicht. Ich dachte daran, daß ich auch schummeln könnte und durch das Tal laufen anstatt über zwei große Hügel, aber das ist nicht drin! Erstmal kam aber die Nacht und das bedeutete: Schlafen!

Wer zuletzt lacht, lacht am besten

Schlafen… schön wäre es gewesen. 2 Personen der Gruppe kamen doch noch und auch wenn die beiden äußerst ruhig waren, war es erstmal nichts mit dem Schlafen. Ohrenstöpsel waren leider irgendwo tief im innerem meines Rucksacks. Irgendwann klappte es doch. Aber die Nacht war zu kurz. Cliff und sein Partner waren noch gekommen. Morgends die übliche Prozedur, aufstehen, essen, packen und los ging es. Dieser Tag sollte es in sich haben. Bergtraining!

Oben angekommen, ging es den Bergrücken entlang
Traumhafte Aussicht

Es galt, 3 Sattel zu überwinden. Es war mehe die psychologische Seite, als die körperliche Seite, die es zu überwinden galt. Die Muskeln brennen, etwa 11 Kilogramm auf dem Rücken, strahlend blauer Himmel und irgendwann drückte auch die Sonne. Definitiv galt es 2 Sattel mit etwa 1200 Meter Höhe zu überwinden bis zur nächsten Hütte, der Highland Creek Hütte. Dort hatte ich die Wahl. Bleiben oder noch eine Etappe weiter. 

Ich stieg auf und als Ziel nahm ich immer die nächste Wegmarkierung
Die Kamera liegt im Wasser. Steil?

Ich ging weiter. Nach der Highkand Creek Hütte kam noch der Aufstieg auf Jacks Sattel auf 1275 Meter. Insgesamt waren es etwa 1700 Höhenmeter die ich an diesem Tag aufgestiegen bin und ungefähr dasselbe wieder runter. Ebene Passagen gab es kaum. Nach etwa 9 Stunden hatte ich es geschafft. An der Fern Burn Hütte herrschte schon reger Betrieb und gegen später waren alle 12 Betten belegt. Ich war müde und wollte meine Ruhe und zog mich zurück, hörte Musik und war wie immer nur am Essen. Die Ohrenstöpsel lagen auch schon bereit. Der nächste Tag sollte früh beginnen, da es galt, 29 Kilometer nach Wanaka zu laufen und diesmal wollte ich meinen Proviant einkaufen und die Stadt (eher Dörfchen) gleich wieder verlassen und weiter laufen. Zu teuer sind die Unterkünfte hier. 

Das Gesicht wurde zum Schutze der Identität dieser Person geschwärzt
Ich sagte ja, wer zuletzt lacht, lacht am besten!
Superzoom machts möglich! 4 Personen beginne ihren Abstieg von Jacks Saddle
Leider… GEIL!!!

In der Tat, der Tag begann früh. Der Wecker mehrerer Personen klingelte um 6 Uhr morgens und etwas später. Aufgestanden bin schlußendlich nur ich. Ich brauchte nur zusammenpacken und schon war ich unterwegs nach Wanaka. Ich muss zugeben, ich war genervt von der Gruppe, habe mir aber auf die Zunge gebissen. Es ist, wie es ist und aufregen bringt sowieso nichts. Am Ende war es sogar gut, daß ich sobfrüh unterwegs war bezüglich des Sommerwetters und weil es galt, viele Kilometer zu laufen. Frühstück gab es unterwegs am Fluss, daß ich jedoch unterwegs essen musste, da die Sandfliegen zahlreich nach meinem Blut lechzten. Es war schön, langsam aber sicher aus dem Tal herauszulaufen und ebene Wege zu laufen. Die letzten Tage bestanden zu 99% aus bergauf oder bergab. Ich hatte ja beschlossen, nicht in Wanaka zu bleiben. Das Wetter war wieder genial. Zum Mittagessen gab es zusätzlich ein belegtes Baguette bei Subway mit großer Cola und einer schlecht gelaunten Bedienung. Danach ging es einkaufen und anschließend wieder weiter. Ich habe mir noch Strümpfe gekauft und eine klassische Isomatte. Meine selbstaufblasende Matraze ist auf dem Weg nach Deutschland. 650 Gramm sind einfach zuviel. Somit werde ich leichter und leichter. Mehr dazu in meinem nächsten Post.

Raus geht es aus dem Tal
Interessant gewachsener Baum
Lake Wanake und schneebedeckte Gipfel
Das gleiche Bild mit dem Impressiv Art Filter
Totes Raubtier. Dieses ist eingeschleppt worden von Europäern und hat hier keine natürlichen Feinde. Es tötet die lokalen Tiere, weoche sich nicht wehren können. Es wird versucht, mit Fallen den Bestand der Raubtiere so gering wie möglich zu halten. Armes Tier.
Spanien? Nein! Neuseeland
Frösche

8 Kommentare zu „Step 18: Bergtraining

  1. hallo manu,

    auf dieser reise wäre ich gerne dabei. du berichest super! deine Fotos bringen mich direkt auf deine tour! das lenkt mich von meinem kaputten Ellenbogen ab. als ich dich kennenlernte, habe ich noch nicht gwußt, was alles in dir steckt. mit deinem blog bereicherst du mein leben. ich will, daß du durchhälst! ich glaub an an dich! geniese das leben und bleib in Verbindung!

    never give up!

    declan

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  2. Hi Manu !!
    Wieder Supper Bericht. Tolle Naturlandschaften die Du durchwanderst.

    Bleib gesund und viel Spass und Ausdauer bei Deinen zukünftigen Touren .
    Veile Grüßße aue dem Schwoba-Land der Walle aus NOTZENGA !!!!!!!!!!1

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    1. Hello Walle. So langsam bin ich hier richtig in der Pampa. Die nächsten 2 Wochen werde ich wohl kein Empfang haben. Davor werde ich aber erstmal meinem Körper eine Pause gönnen und am Montag gehts dann weiter. Grüße an dich und deine Frau. Manu

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  3. hallo manu!

    langsam mache ich mir sorgen. täglich bin ich auf deiner seite und sehr lange kam kein neuer bericht. gib mal ein Lebenszeichen!

    viele grüße !
    declan

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    1. Hallo Declan. Ich bin seit gestern wieder in der Zivilisation. Mir gehts bestens. Ich werde erst am Montag wieder wandern gehen. Der Körper darf sich auch mal erholen. Danach werde ich voraussichtlich 2 Wochen kein Netz haben. Das ist in den Bergen hier so. Ich werde in den nächsten Tagen meinen Blog aktualisieren. Bis bald! Grus Manu

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  4. lieber manu,

    bin froh von dir zu hören. es geht dir gut! habe mir sorgen gemacht! .danke, daß du dich gemeldet hast! erhohl dich gut ! ich freue mir schon sehr auf deinen neuen blog! paß auf dich auf, alter freund! bleib in Verbindung!

    never give up!

    declan

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