Tag 101 der Reise
Tag 34 Te Araroa

Ich habe die Stadt Twizel anschließend verlassen und erreichte nach 12 Kilometern den See Lake Pukaki. Hier existiert ein schöner Campingplatz, welcher umsonst ist und mit Blick auf Mount Cook. Für mich war es gut, daß der Campingplatz ein Plumpsklo hatte. Allerdings war es die ekligste Toilette soweit auf meinem Trip. Und die Leute pissen trotzdem daneben hin und führen sich auf wie die Tiere. Mein Zelt habe ich etwas erhöht zwischen den Bäumen aufgebaut.

Da hatte ich auch etwas Windschutz und Ruhe vor dem Trubel. Die Nacht war gut aber kurz. Wieviel Kilometer hätten Sie heute gerne? 42 Kilometer, bitte! Dies war eine sogenannte Verbindungssektion. Auf der Nordinsel sind es anscheinend 400 Kilometer von 1700 Kilometern, welche es entlang der Straße geht. Da kommt Freude auf.
Zurück zum Kanal. In dem Kanal wird „Alpine Salmon“ (Alpiner Lachs) gezüchtet und anschließend verkauft. Das Wasser hat eine schöne Farbe und bevor das Wasser durch Rohre zur Stromerzeugung zurück in den See fliesst, schwimmen auch ein paar Tote Fische herum.

Daneben wird fleissig Sportangeln betrieben. Ironie? Die Weg entlang des Kanals war kein schöner. Auch die Sonne meinte es sehr gut mit mir und baden im Kanal ist leider verboten. Noch mehr Ironie? Es war alles Asphalt oder unbefestigte Straße.

Am Ende des Tages hatte ich das erste mal so etwas wie einen übersäuerten Muskel in der rechten Waade. Die Nacht verbrachte ich zur Abwechslung mal wieder auf einem Campingplatz in der Ortschaft Lake Tekapo. Es war Zeit, meine Kleidung in einer Waschmaschine zu waschen und nach 10 Tagen tat eine warme Dusche auch mal wieder gut. Es war ziemlich voll auf dem Campground. Die Shitbox Rally New Zealand traf abends ein. Etwa 50 Personen, die in Schrottautos für einen wohltätigen Zweck für die Krebsforschung Geld sammeln, kamen an. Entsprechend laut wurde es auch in der Nacht. Zwischendurch hatte es sich ein Igel noch in meinem Zelt bequem gemacht und sich über eine offene Packung Kekse hergemacht. Ihn aus meinem Zelt zu bekommen, war nicht so einfach. Sanft hob ich ihn mit meinemln Händen zurück in die Natur. Einen Keks als Entschädigung wollte der Igel jedenfall nicht mitnehmen.

Ich hatte jedenfalls alle meine Einkäufe erledigt und verließ am nächsten Morgen wieder den Ort. Es ging nochmals 15 Kilometer einer unbefestigten Straße entlang. Langsam hatte ich hiervon genug. Dann, endlich war es soweit, es ging wieder in den Busch. Wobei es hier auch nur einen Pfad entlang ging. Es waren an diesem Tag mehr Wolken als Sonne am Himmel zu sehen. Das gab es auch schon länger nicht mehr. Außerdem gab es Gegenwind, ich brauche ja langsam einen höheren Schwierigkeitsgrad. 34 Kilometer und kein Berg? Geht gar nicht! Zu einfach!!!
An der Hütte traf ich eine tolle Gruppe. Zwei Reutlinger, einen Amerikaner, eine junge Französin und nochmal zwei junge Deutsche Frauen, welche eine Nacht in der Pampa von Neuseeland verbringen wollten. Mit dem Amerikaner und den Reutlingern wurde es noch ein lustiger Abend. Wir tauschten ein paar Erfahrungen aus. Interessant waren da die Erfahrungen mit dem Wald der toten Opossums, welche an den Bäumen in Fallen zum Teil halb verwest herunterhängen oder mitten in der Prärie ein frischer Kuhkopf, nur wo war der Körper?

Für den nächsten Tag sollte die Windgeschwindigkeit noch zunehmen. Auf 2000 Metern bis zu 90 Km/h. Könnte also interessant werden, denn genau dann geht es den Berg hinauf, auf den höchsten Sattel des Te Araroa.
Die vergangene Nacht war keine Gute. Der Ofen glühte noch. Mein Socken auch. Aber das habe ich noch rechtzeitig bemerkt. Der wichtige Fussbereich blieb ganz. Das Bett war auch zu klein. Diese Hüttenbetten sind in der Regel 1.80 Meter lang und geschätzt 80 cm breit. Morgends habe ich mit Claudio und Alex noch ein ausgiebiges Schwätzchen gehalten. Schwaben unter sich. Somit kam ich etwas später los. Ein Highlight wartete. Der höchste Punkt des Te Araroa, der Stag Sattel. Die Hütte der vergangenen Nacht liegt auf etwa 1200 Metern, der Stag Sattel ist mit 1925 Metern angegeben. Das Wetter war gut und somit stand dem Aufstieg über den Bergrücken nichts entgegen. Bei schlechten Witterungsverhältnissen läuft man besser durch das Tal hinauf. Zu sehen gibts dann jedenfalls nicht viel. Die Aussicht von dem Bergrücken war schon beeindruckend. Zum Beispiel sah man den Lake Tekapo und seine Zuflüsse oder Mount Cook und andere schneebedeckte Berge. Einfach nur WOW!

Der Aufstieg war supertoll und nicht zu steil. Je höher man kam, desto steiniger wurde der Weg.

Wie war das mit den Herausforderungen? Nur auf den Sattel hoch zu laufen war mir persönlich zu wenig. Ich erklomm den „Gipfel“ nebenan, den Beuzenberg Peak. Eine ist kleine Bergspitze mit einem letztem knackigen Anstieg, welche den Aufstieg am Bergrücken entlang komplettiert. Höhe an der Spitze: 2070 Meter über Null. 360 Grad Rundumblick und der Wind war kühl und frischte auf.

Den Abstieg nahm ich über die Geröllhalde vor. Hier ging es steil abwärts und zum Teil bin ich eher im sitzen hinunter gerutscht, als stehend/laufend. Halb so schlimm wie es aussieht und hat riesen Spass gemacht.

Auf der anderen Seite des Sattels kamen mir auch schon die ersten Wanderer entgegen. Amerikaner, Deutsche und andere. Mit einigen hab ich mich glatt wieder verplappert. Meistens wird einem kalt, was die Gespräche dann beendet. Manchmal grüst man auch nur und läuft weiter. Jedenfalls habe ich ein paar hardcore Amerikaner getroffen, die eine neue Herausforderung in Neuseeland suchten und laut deren Aussage nach sie wohl auf ihre Kosten kommen.

Der Abstieg war nicht ganz so einfach. Es war zum Teil steil, felsig und kein Weg ersichtlich. Öfters rutschte ich auf den Steinen weg, verbog meine Sprunggelenke und stolperte, ja so oft das ich gar nicht mitzählen konnte. Erstes Etappenziel war dann die Royal Hut Hütte. Mahlzeit! Ihr glaubt mir gar nicht wie scharf ich auf den Käse (125 Gramm) bin, den ich in Tortilla Wraps (2) hülle. Dazu noch 75 Gramm Cracker Kekse. Jeden Tag das gleiche und ich steh voll drauf! Es kam noch ein Franzose und ein Tschechoslowake und wir quatschten und gingen nach der Pause getrennte Wege. Die meisten Wanderer sind lockere gesprächige Typen. Die nächste Etappe mit 5 Kilometern zur nächsten Hütte zog sich dann jedoch sehr in die länge. Wieder war oft kein Weg ersichtlich, mein geliebtes Tussock (überwucherndes Grass) ist hier überall present und mehrere Flussüberquerungen besorgten den Füsse öfters als gewollt ein kühles, kurzes Badevergnügen. Endlich an der Stone Hütte angekommen, entschied ich mich nach kurzer Rast, weiter zu laufen. Morgen werd ich ja das Flusstal durchqueren. Alle Wanderer machen dies und die Zeit ist sehr günstig, da der Wasserpegel quasi auf Minimalpegel ist. Aber es gilt trotzdem, die richtigen Stellen zur Durchquerung zu finden. Sollte kein Problem werden. Ich verpacke alles Wasserdicht und Zeit werde ich genug haben. Ich lief also noch einige Kilometer wieder mit einem leichten Anstieg verbunden bis ich in ein schönes Tal kam, wo es möglich war, daß Zelt aufzubauen. Ich entschied mich spontan, hier zu bleiben. Es gibt jede Menge frisches Bergwasser und das Wetter ist gut. Wind hatte ich auch fast keinen. Natürlich galt es wieder die Regeln einzuhalten. Um hier also ein Loch zu graben und zu …….. musste ich also etwas Abstand zum Wasser halten. Gegraben wird mit dem Löffel, mit dem ich auch esse. Warum schreibe ich das eigentlich? Ich lies den Abend gemütlich ausklingen und ging frühzeitig ins Bett. Schlaf nachholen war angesagt…

… und das hatte ich auch gemacht. Von 21 Uhr bis 9 Uhr morgends war ich nicht aus dem Schlafsack zu bekommen. Ich wachte öfters auf, aber schlief immer weiter. Die Nacht wurde zum Morgen hin sehr kühl. Da war er wieder, dieser Moment, als ich in Merino Leggings, Merini Longsleeve und Socken den Schlafsack mehr als nur „Lieb“ hatte. Pünktlich zum Frühstück, wie jeden Morgen Müsli mit Milchpulver und Kaba, schien die Sonne auf mich. Der Unterschied war spürbar nach so einem ausgiebigem Schlaf. Und das war auch gut so, denn dieser Tag strapazierte meine Nerven. Zuerst ging es wieder nach „Oben“. Es galt einen Sattel zu erklimmen. Der Weg dahin durch den Bush war nicht sehr gut ersichtlich. Viele nicht gerade freundlich gesinnte Pflanzen machen einem das Wandern hier schwer. Ständig kratzt einen etwas an den Beinen oder Pikt einen. Aber irgendwann war ich oben. Der Sattel hatte bis heute keinen Namen. Jetzt hat er einen. „Shit“ Sattel. Warum? Na ich grub ein Loch auf „Ihm“ und „zensiert“. Danach war alles und ich auch sehr viel leichter. Es ging den Hang hinunter und auch hier war es manchmal eine Tortur für die Beine, durch den Bush zu kommen. Ich erreichte die Crooked Spur Hütte, machte Pause und stieg anschließend ab in das Tal, wo ich wieder auf den Fluss „Bush Stream“ traf. Zuvor eröffnete sich mir aber ein gigantischer Anblick über das ganze Tal hinweg und da war er, der Rangitata. Ein riesiges Kilometerbreites Flussbett, welches ich durchlaufen sollte.

Als ich dann unten im Tal angekommen war, galt es gleich mal, den Bush Stream zu durchqueren. Es ging also los, der Tag der Flussdurchquerungen. Und Bush Stream ist kein kleiner Bach mehr. Ich folgte dem Fluss bis an das Ende des Tales. Auch das strapazierte meine Nerven. Auch hier gab es genug Stellen mit kraztendem Busch. Dazu besteht dieses Tal mehr oder weniger nur aus einem Flussbett. Also läuft man ständig über Steine und Schotter.

Mehrere Flussdurchquerungen waren notwendig um an das Ziel zu gelangen, den Bush Stream Parkplatz. Zumindest gab es hier ein Plumpsklo. Endlich war es soweit. Was ich dazu sagen sollte ist, daß dieser Fluss nur bei guten Bedingungen zu durchqueren möglich ist. Sollte es in seinem Einzugsgebiet regnen oder generell mehr Niederschlag herrschen, ist es nicht möglich, diesen Fuss zu durchlaufen und man muss 143 Kilometer Umweg in Kauf nehmen. Für mich stand die Zeit so günstig, daß es fast schon zu einfach war.
Ich durchlief die Haupt- und Nebenarme des Flusses ohne Probleme. Nie tiefer als knietief durchlief ich den Fluss und das auf direktem Wege zur anderen Seite. Das waren etwa 8 Kilometer. Ja genau, richtig gelesen!!! Die Breite des Flussbetts ist in etwa 5 bis 6 Kilometer plus auf jeder Seite noch etwa 1 Kilometer durch den Bush. Denn einen Weg gibt es hier nicht!

Ich habe aber einen Eindruck davon erhalten, was es heissen kann, wenn hier normaler Wasserpegel herrscht. Dann wird die Flussdurchquerung schon etwas heikler. Auf der anderen Seite angekommen habe ich David getroffen, einen Landsmann. Mit Ihm habe ich mich gut unterhalten und er hat anschließend den Fluss noch durchquert, hoffentlich ohne Zwischenfälle. Ich lief noch weitere 7 Kilometer in die nächste Sektion und an einer Windgeschützten Stelle lies ich mich für die Nacht nieder. Es war ja auch schon 20 Uhr…

Meine Ohropax hab ich leider aus Faulheit im Rucksack gelassen. Das rächte sich. Die Vögel hier waren nachts zu hören. Ich habe einen leichten Schlaf. Am Morgen war ich daher mit dem Sonnenaufgang wach. Das Trinkwasser war fast aufgebraucht. Heute lief ich ohne Frühstück los. Ein Riegel musste reichen. David sagte am Tag zuvor, es kommen genügend Wasserquellen. Und so war es dann auch. Zuerst den Durst löschen, dann den Magen füllen. Dazu lief ich einen kleinen Sattel hinauf und hatte einen wunderbaren Ausblick auf Lake Clearwater und die ganze Ebene.

Ich sagte dem großen Fluss Rangitata noch einen Abschiedsgruß und weiter ging es. Heute wollte ich, mal wieder, weit kommen. Am nächsten Tag schon wollte ich im Bus nach Methven sitzen. Dieser Bus, ein Schulbus, holt die Kinder vom Lande morgends zur Schule ab, und bringe sie wieder nachmittags nach Hause. Und er fährt wohl wegen uns Te Araroa Wanderern bis an den Trailhead (Start- oder Endpunkt einer Mehrtageswanderung). Es soll wohl 20 Dollar kosten, was fast schon ein Geschenk ist in diesem teuerem Land. Und in Methven soll es wohl für 25 Dollar die Nacht Einzelkabinen im Holiday Park geben, dem örtlichem Campingplatz. Erst die (Lauf-) Arbeit, dann das Vergnügen. Der heutige Tag war es eine eher einfache Sektion. Überwiegend ohne Berge oder Hügel lief ich, und lief ich, und lief ich. Einige Kilometer Straße waren wieder dabei (4,5km). Zur Mittagspause war ich an einem See, dem Lake Emily. Mein restliches Wasser hatte ich vor dem Essen getrunken. Da ist ja ein See. Aber von wegen… Nach 10 Meter durch mein geliebtes hohes Grass namens Tussock verzichtete ich. Womöglich wäre ich in einem Sumpf gelandet, bevor ich an das Ufer kam. Der Weg zur nächsten Hütte war absehbar. 6 Kilometer mit 1,5 Stunden angegeben. Ich war wie so oft etwas schneller. Kurz, bevor ich die Hütte erreichte, begann dann meine rechte Pobacke zu zwicken. Eventuell auch das Hüftgelenk. Ich weiß es nicht genau. Laufen war damit etwas eingeschränkt. Ich hatte nur noch ein paar hundert Meter bis zur Hütte und Wasser gab es hier endlich wieder mehr als genug. Zwei weitere Wanderer waren hier zu treffen, Neuseeländer, und wir quatschten eine halbe Stunde drauf los. 2 Liter Wasser flossen in mich hinein und ich erhielt eine halbe Tüte voll bestes Müslie höchster Qualitätsstufe. Alle Bestandteile rein pflanzlich und keine Zusatzstoffe. So ein Müslie in der 600 Gramm Packung kostet im Supermarkt etwa 15 Dollar (10 Euro). In Städten eventuell etwas billiger. Meine Pobacke oder was sich da auch immer beschwert hatte, war wieder in Ordnung. Kaum ist eine Pause greifbar nah, fängt es auch schon irgendwo zu zwicken an. Eine weitere Hütte war in weiteren 6 Kilometern Entfernung zu erreichen. Für einen Umweg von 1 Kilometer einfach zeigte ich dieser aber die kalte Schulter und begab mich zum anstrengendem Teil des Tages. Es ging Bergauf. Ein weiterer Sattel wartete. Zeitlich war ich prima unterwegs. Ich lief einem ausrangierten Zaun entlang den Berg hinauf. Hin und wieder musste ich aufpassen, nicht über Stahlseile zu stolpern oder an einem abgebrochenem Stück Metallzaunpfahl hängen zu bleiben. Der erste kleine Sattel war dann jedoch schnell bestiegen. Zum eigentlichen Ziel war es jedoch noch ein gutes Stück zu laufen. Es ging auf und ab, zum Teil an Geröllhalden entlang und am Ende war ich auf dem Sattel auf 1480 Meter angekommen.

Der Aufstieg begann bei etwa 820 Meter. Dazu noch mehrmals auf und ab. Das waren dann geschätzt fast 1000 Meter hinauf. Plus die anderen nicht gelisteten „Kleinigkeiten“ sind hier noch 500 zusätzliche Meter einzurechnen. Ich stieg noch etwa 3 bis 4 Kilometer ins Tal hinab, bis ich eine einigermaßen gute Stelle für mein Zelt und die Nacht gefunden hatte.

Es gab reichlich zu essen. Heute machte ich mir zwei Töpfe voll mit Essen. Es reicht so oder so noch für 2 weitere Tage, im Falle des Falles. Zur Straße waren es nun noch etwas weniger als 20 Kilometer. Das sollte doch bis mittags um 15 Uhr machbar sein?! Gute Nacht.
Die Strafe auf meine große Klappe folgte prompt. Allerdings schrieb ich diese Dinge nur, um den Unterhaltungseffekt zu erhöhen. Welche Dinge? Nunja, daß mit den Herausforderungen. Ein Farmer sagte mir Gestern Nachmittag, daß es mit wahrscheinlichkeit regnen würde. Und der Regen kam. Es begann noch in der Nacht. Somit war mein Zelt schon einmal Nass, zumindest außen. Es war noch kein starker Regen. Die Löcher in dem Plastiksack, welcher als Regenschutz dient im inneren meines Rucksacks, habe ich abgeklebt und somit konnte ich das meiste trocken verpacken. Die Zeltbestandteile kamen in extra Tüten außerhalb des Sacks. Die Wolken hiengen tief und der Wind frischte auf. Bis zur nächsten Hütte waren es etwa 7 Kilometer und ich folgte dem Fluss. Nun zu den Herausforderungen. Der Wind wurde zeitweise sehr stürmisch und der Regen peitschte gegen mich und in mein Gesicht. Dazu lief ich meistens im oder am Flussbett. Etwa 20 mal musste ich durch den Fluss, zwischendurch kämpfte ich mich durch Bush und Dornengestrüpp. Der Spass hielt sich dieses mal etwas in Grenzen. Die Finger wurden so langsam auch taub und Schuhe binden war dann nicht mehr so einfach. Die Regenbekleidung war jedenfalls super und dicht. Nach langen, kalten und extrem nassen 90 Minuten erreichte ich endlich die Hütte.

Mir wurde generell schon etwas kalt. 1 Stufe der Unterkühlung erreicht. In der Hütte traf ich auf Suza und Frank und sie kochten gerade Tee und luden mich prompt ein. Was für eine angenehm Überraschung. Die Kälte war jedoch schon bis auf die Knochen vorgedrungen und somit war trocknen angesagt, aufwärmen und warm anziehen. Den Tag verbrachte ich hier mit den beiden, in der Hoffnung, daß es am nächsten Morgen besser wird. Somit gab es viel Zeit zum relaxen, schlafen und essen.

Am nächsten Tag wird es weiter gehen, egal wie. 16 Kilometer bis zur Straße. Das Wetter wird hoffentlich besser.
Und da ist es wieder, das Glück. Glück? Nein… Bitte, und dir wird gegeben. Jap, ich bin gläubig und es ist mega, was da so rüber kommt.
Nach einer kalten, aber guten Nacht lag Schnee oberhalb von etwa 1300 Metern.
Es war ein Mix aus Wolken und Sonne, allerdings hiengen teilweise immernoch Wolken in den Bergen fest. Ich lief um halb 8 morgens los. Noch war es ungewiss, wie ich in die nächste Stadt kommen sollte. Ich startete schnell und erreichte die A-Frame Hütte (A-Rahmen) in 90 Minuten.

Dort traf ich ein deutsches Päärchen und diese waren nicht sehr positiv bezüglich der Möglichkeiten, welche es gab, um in die Stadt zu kommen. Abwertend sag ich nun: Typisch Deutsch. Erst einmal Negativ. Ich gehe nicht weiter darauf ein. Ich lief weiter bis zur Straße. Der Weg war einfach, ich musste nur wenige male Wasser überqueren und erreichte die schmale Schotterstraße nach 3,5 Stunden.

Es sah tatsächlich sehr ruhig hier aus. Eine kurze Rast und schon ging es weiter. Im schlimmsten Falle musste ich etwa 30 Kilometer laufen, bevor ich an eine Straße kommen würde, an welcher mehr Verkehr herrschen würde. Die Straße war beeindruckend. Entlang des Flusslaufs des Rakaia Flusses windete diese sich an Berghängen entlang und ständig hatte man eine wunderbare Aussicht auf diesen mächtigen Flusslauf.

Das erste Auto fuhr noch an mir vorbei, daß zweite stoppte dann jedoch. Ein VW Touareg, in welchem mich ein neuseeländisches Ehepaar mitnahm, welches hier zum Urlaub machen war. Und ich war sehr froh drüber. Sie nahmen mich bis kurz vor Methven mit. Nur noch 11 Kilometer, die ich beschloß, zu laufen.

Als ich dann etwa die Hälfte der Strecke hinter mir hatte, stoppte ein Auto neben mir. „Willst du mit fahren, Kumpel?“. 10 Sekunden später saß ich im Auto. Ein älterer Herr nahm mich mit nach Methven. Er ist selber Wanderer. Also ein Gleichgesinnter. Und dieser Mann war ein Segen. Wir redeten über dies und das und ich erzählte ihm, daß ich am nächsten Tag ins 100 Kilometer entfernte Christchurch wolle. Er meinte, er fährt dort morgen hin und könne mich mitnehmen. Wow!!! Was für ein Geschenk des Himmels!!! Aber das war noch nicht alles. Wenn ich dann am Montag wieder weiter wandere, muss ich erstmal in die entlegene Ortschaft Lake Coleridge kommen. Es gibt dort ein Wasserkraftwerk und ein paar Häuser. Ron, so sein Name, kennt jedoch jemanden, der dort arbeitet. Und dieser jemand namens Kevin könnte mich eventuell mitnehmen. WOW!!! Er rief Kevin an und gab mir seine Nummer. Ich solle mich nochmal melden. Eventuell klappt das also am Montag. Ziemlich cool oder?

Die Nacht verbrachte ich auf dem örtlichen Campingplatz in einer kleinen Hütte, welche für 1 Person ausgelegt ist und kein Badezimmer hat. 25 Dollar für ein Einzelzimmer und günstiger als das örtliche Hostel. Ron holte mich morgens am Campingplatz ab und am Stadtbeginn von Christchurch an ein Shoppingcenter stieg ich aus. Danke dafür! Ich kaufte, mal wieder neue Socken für 20 Dollar und lief zur nächsten Bushaltestelle. Für 4 Dollar fuhr ich dann in knapp einer Stunde in den Stadteil New Brighton, welcher am Strand liegt. Dort habe ich mich im Point Break Backpackers für 3 Tage einquartiert.






Glückwunsch zum Erreichen an einem deiner Etappenziele (kann man das so sagen!?)
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Hey Alf. Ja, daß kann man so sagen. Danke dir. Die nächste Etappe sind etwa 8 bis 9 Tage. Die nächsten 3 Etappen werden richtig knackig. Das Wetter hat sich auch schon etwas in den Herbst bewegt und es regnet den zweiten Tag durch. Ich hoffe es wird besser… Grus
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hallo manu,
bin auf schritt und tritt dabei! jetzt weiß ich, wie schön Neuseeland ist! deine reseberichte zu lesen ist für mich zeit zum träumen. du schreibst so lebendig. satz für satz und die schönen photos ( wie vom Fotograf ) nehmen mich mit auf deiner Abenteuerreise. danke manu! bleib in Verbindung! geniesse das leben!
never give up!
declan
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