Cambodian Kids Care Koh Chang

Chronologische Zusammenfassung von 1,5 Wochen Freiwilligenarbeit an der „Auffangstation/Schule“ für Kambodschanische Kinder und Jugendliche.

Hier entlang, Bitte. Schild zwischen Klong Prao und Kai Bae an der Hauptstraße

Mit meinen 150 Farbstiften, einer Wassermelone und mein Tagesgepäck fuhr ich morgens an die Schule. Der Unterricht hatte schon begonnen. Ich kam etwas zu spät. Jeff, ein Amerikaner unterrichtete die eine Gruppe von 15 Schülern während Paul und Chloe, 2 Franzosen die andere Gruppe unterrichten. Zur Zeit sind etwa 30 Kinder zwischen 7 und 18 Jahren hier. Die Schule finanziert sich rein durch Spenden und die Mentalität/Buddhismus der Thailänder entsagt dem aktiven Spendensammeln. Das ist mir im Detail gerade unklar und macht die Situation bzw. das Überleben dieses Projektes schwierig.

Die Schule und rechts der „Schulbus“

Ich sprach zuerst mit Uan, einem Thailänder, der die Schule seit Anfang an leitet, also ca. 2008/2009. Die Schule war aufgrund finanzieller Probleme schon 2 mal kurz vor der Schließung. Uan verdient teilweise nicht mal Geld, um seinen eigenen Unterhalt zu zahlen. Die Schule benötigt pro Jahr 24.000 Baht (ca. 840 €) Miete pro Jahr.

Die Küche, welche durch eine großzügige Spende in ihrer Größe verdoppelt werden konnte

Das Land, auf dem die Schule steht, wurde nicht gekauft, sondern gepachtet. Dann brauchen die Kinder noch Verpflegung. Nachdem wir so über einiges gesprochen haben ging ich zu Jeff und half ihm beim Unterricht.

Eines der beiden „Klassenzimmer“

Ganz einfach, es ging um Gemüse und Früchte. Man muss bedenken, es handelt sich für die Kinder um eine völlig andere Sprache und Schrift und Kambodschanisch spricht hier nicht mal der Lehrer Uan. Aber mit Geduld und Spass kann man den Kindern auch etwas beibringen. Für den Nachmittag stand nur noch „Spaß haben“ auf dem Programm.

Ich nenne es mal den Spielplatz bestehend aus Schaukel, Rutsche, Volleyballfeld mit Baskettballkorb

Die Kinder haben alle sehr viel Energie. Kinder halt. Und man tauscht sich aus, so wie es geht. Auch hier hängen die Kids sehr am Smartphone oder auf Youtube rum. Es wird aber auch Volleyball oder Basketball oder ein wenig Fussball gespielt. Aber alles ohne System. Ballwechsel entstehen eher selten und es geht mehr darum, Blödsinn zu machen. Wer sich für Freiwilligenarbeit interessiert, kann die Webseite http://www.Workaway.info mal besuchen. Da ist das Camboadian Kids Care Center nicht dabei, aber viele andere Projekte.

90 Minuten Unterricht sind hier ein harter Tag

Ich bin gespannt, was ich von der Thematik mit dem Cambodian Kids Care Center halten werde, wenn ich wieder in Deutschland bin. Immer wieder kamen in den 1,5 Wochen, die ich hier Freiwilligenarbeit machte, Besucher vorbei. Es sind Urlauber und auch Auswanderer, die auf der Insel Koh Chang leben. Ein Paar brachte 24.000 Baht (ca. 840 €) vorbei, was die gesamte Miete/Pacht für das nächste Jahr ist. Eine Französin, die in einer der Bars in Lonely Beach arbeitet, hat ebenfalls die Miete für dieses Jahr bezahlt. Andere brachten Trinkwasser, Kekse und Essen vorbei.

Bitte Lächeln!

Also es funktioniert irgendwie aber mir fehlt da als Deutscher eine Art von System, die den Kindern wirklich hilft beim Lernen und Ihnen tatsächlich mehr bringt für die Zukunft. Es scheitert erstens am Geld und zweitens an der Sprachbarriere. Aber die Kinder brauchen eine Zukunft um nicht als billige Arbeitssklaven zu enden wenn sie erwachsen sind. Aber zumindest sind sie von der Straße weg und bekommen Essen, Trinken und sowas wie eine Kindheit. Darf ich das denn so vormulieren? Zum Beispiel dort wo ich meine Unterkunft habe in Chai Chet gibt es ein Restaurant, wo ein Kind mitarbeitet als Bedienung. Um die Tragweite des Gesamten hier jedoch zu verstehen bedarf es weit mehr als ein paar Wochen hier. Man muss es verstehen und das geht nur, wenn man hier lebt und die Menschen kennenlernt und was hier eigentlich abläuft.

Thema: What time is it?

Seit Freitag unterrichtete ich die eine hälfte der Kinder. Es war ziemlich einfach. Wir versuchen durch wiederholen den Kindern den Wortschatz einzuprägen. Soweit, können sie dies auch. Es ging heute um Zahlen. 1 bis 100 bzw. ein höherer Anspruch für Schüler, die mehr können. In meiner Klasse sind Schümer zwischen 7 und 16 Jahren und es gibt Schüler, die 7 sind und mehr können als ein Schüler mit 16 Jahren. So schreibe bitte die Zahl 635 in der englischen Sprache aus. „Sixhundretthirtyfive“ ist die Antwort. Nicht einfach für die meisten.

Malen nach Zahlen

Durch die Sprachbarriere ist es schwer, Zugang zu finden. Und ich denke, daß die Sprache der Knackpunkt ist. Ich jedenfalls kann kein Thai oder Kambodschanisch. Meistens nach 1 Stunde beginnen die Kinder schon nach Pause und Ende zu rufen. Ja, der Schultag dauert hier blos 1,5 Stunden, danach wird nur noch gespielt und Spass gehabt. Soweit es mein Fuss zulies spielte ich auch Ballspiele mit. Zum Ende meiner Urlaubszeit nahm ich aber davon Distanz, damit die Wunde heilen kann. Ich soll in Deutschland wieder arbeiten können und es ist immernoch nicht möglich, normal aufzutreten. Ich Rolle meinen Fuss seitlich ab. Schulschluß ist in der Regel um 14.30 Uhr und es wird etwas aufgeräumt. Dann fährt Uan die Kinder noch nach Hause. Am Wochenende ist keine Schule.

Augestuhlt, Tagel geputzt und den Boden gefegt. Wochenende kann kommen

Am Samstag habe ich dann Bundesliga geschaut. Bei Kim, einem Deutschen Auswanderer, der seit 24 Jahren in Thailand und auf Koh Chang wohnt und seiner Frau die gutes Deutsch spricht, gabs Fussball und Bier in netter Gesellschaft. Es ist schon ein wenig anders zu früher wenn ich so anständig Urlaub mache. Gut, in den ersten Tagen habe ich auch einige Bier getrunken und auch den Thai Rum Sangsom mit Cola und Limette. Aber schnell war mir klar, dass dies nicht das ist, was ich suche. Ich will Urlaub und nicht Party und Alk. Kom war übrigenda mal ein sehr guter Motoballspieler. Habt ihr davon schon mal gehört? Ich jedenfalls nicht. Man kann es sich so vorstellen: Eine Mischung aus Fussball mit 250ccm Motorräder und einem übergroßem Fussball. Kim zeigte uns Bilder von Koh Chang von vor 20 Jahren, als es nur ganz wenig Tourismus gab. Zu Heute ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht. Krass… Seine Frau spricht Deutsch und wir kamen auf das Massaman Curry zu sprechen. Und so kam es, dass sie für Sonntag ein traditionelles Massaman Curry gekocht hat ohne Glutamat. Schön eingekocht, damit das Curry den guten Geschmack bekommt. Leider, wie so oft üblich sind Aussteiger wie Kim und auch andere sehr dem Alkohol und/oder anderem Verbunden. Hat es vielleicht mit dem „alleine sein“ zu tun? Oder übernehmen viele den Lebensstil, welchen Sie im Urlaub pflegen? Damit meine ich viel Alkohol, Völlerei oder allgemein über die Stränge schlagen. Naja, ich weiß es schlußendlich nicht. Bilder hierzu gibts keine.

Meine 125er für 10 Tage

Zur Thematik Motorbike fahren. Ich lief abends in Chai Chet am Montag spazieren um nach Nat ihren Noodle Shop zu suchen. Es muss 1 Minute vorher passiert sein. Die Autos stoppten gerade, erste Einheimische und Touristen sicherten irgendwie mit Handytaschenlampe und sonstigem die Untallstelle ab. Ich bin vorbeigelaufen, aber nicht stehen geblieben. Eigentlich wäre es interessant gewesen, zu sehen, wie erste Hilfe und Sicherung der Unfallstelle in Thailand abläuft aber ich denke, das muss nicht sein. Ein Thai ist aus welchen Gründen auch immer vom Motorbike geflogen. Beim Vorbeilaufen kümmerten sich mehrere um den bewusstlosen Thailänder und leisteten erste Hilfe. So wie es aussah, trug er keinen Helm, was die meisten Einheimischen nicht machen, selbst wenn sie viert auf dem Roller sitzen mit Kindern. Unfälle passieren anscheinend täglich. Und nicht selten mit Todesfolge. Fast täglich sehe ich die Ambulanz irgendwo mit Sirene fahren. Es ist wirklich gefährlich hier. Der Zustand der Straßen ist oft schlecht, dann gibt es eigentlich keine Verkehrsregeln außer das Linksfahrgebot bzw. wetden die Regeln nicht eingehalten. Dann die Hunde überall, die auf den Straßen rumlungern, rumliegen und einfach mal über die Straße rennen. Ich hab es schon gesehen, wie Thais abgeflogen sind, wie ein deutsches Paat auf Koh Phangan überall Schürfwunden hatte weil sie gestürzt sind und einige andere, die einbandagiert waren. Vor 1 Woche auf Koh Kood ist eine Frau beim losfahren direkt in den Dschungel reingerast. Warum auch immer. Die Maschinen haben Kraft. Ab 125ccm gibt es sie hier. Besser also, man lässt es. Am Freitag vor meiner Rückreise sah ich wieder einen Unfall. Es passiert laufend…

Das zweite Klassenzimmer

Paul und Chloe reisten am Donnerstag weiter nach Kambodscha. Wir waren abends noch zusammen Essen. Wie gerufen kam aber eine andere Französin, Louraine, die dann die Klasse übernahm. Die komplizierte Zeit ist dann die Regenzeit, in welcher keine Touristen kommen und somit keine Hilfkräfte da sind und auch Spenden zurückgehen. Uan spart also jetzt schon für die Regenzeit. Ein Gedanke: Wenn jeder Tourist auf Koh Chang 20 Baht, also 50 Cent spenden würde, sähe die Sache ganz anders aus. Aber so ist es ja überall. Die meisten sind zum Egoismus erzogen und leben so. Da ist es selbst zuviel, 1 Euro herzugeben vor allem wenn man selbst mehr als genug zum Leben hat. Meinen Abschied haben wir dann ähnlich gestaltet. Uan, Jeff, Louraine und ich waren abends Essen und hatten eine gute Zeit. Eine herzliche Verabschiesung war es und schon sind die 3 Wochen vorbei. Die Rückreise beginnt am Samstag um 11.30 Uhr und dauert 24 Stunden mit fahrt, Fähre, Flug und Wartezeit…

Meine Schulklasse. Time to day Goodbye
Das Ergebnis von einer Schulstunde

An der Stelle war es das dann schon. Am letzten Abend sind wir auch wegen meinem Abschied zusammen essen gegangen. Uan, Jeff, Louraine und ich labten uns bei Speis und Trank und gar nicht so spät ging es dann mit dem Taxi zur Unterkunft. 1,5 Wochen im Cambodian Kids Care Center waren einfach nicht genug. Die Kinder sind toll, frech und hören doch gut, wenn man ernst ist und wollen ständig das „Iphone“ um zu zocken. Und plötzlich finden sich lauter neue Spiele und Apps auf dem Handy. Ich hab mehrere Filme auf Thailändisch angeschaut, was auch ganz interessant war. Und es ist einfach toll, dass es viele Menschen gibt, die in diesem Sinne Täglich vorbei kamem und von Kleinigkeiten bis großzügige Spenden viel vorbei gebracht haben.

Ein paar Gedanken, die zum Nachdenken anregen sollen:

Wir haben es doch, oder etwa nicht? Wir geben 600€ für einen Flug aus und dann sind 5 Euro Spende zuviel? Wieso soviel Misstrauen? Wie wäre es mit Vertrauen? Mal wieder auf den Boden der harten Tatsachen kommen und sehen, wie gut wir es in Deutschland haben aber ständig jammern und klagen. 1 Woche 2te oder 3te Welt sollte jeder mal miterleben.

Naja, ich mach mal einen Punkt hier. Bald geht der Flieger. Bis bald!

Ein Thailändisches Zebra

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